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Gedanken eines K28ers / K42ers im Vorfeld des Laufs
Alles begann mit einem harmlosen Einkauf in Meddy‘s Laufladen. Denn in eben diesem hatte Meddy ihr Sportreiseprogramm ausgestellt. Mein Blick blieb auf dem Hinweis des Swiss Alpine Marathon Davos hängen, sowie auf dem Zeitpunkt der Reise: Sommerferien! So begann der Gedanke zu reifen und schon kurz danach war ich angemeldet. Die Wahl der Streckenlänge war auch kein Problem: 28 km sollten für den ersten Berglauf ausreichend sein. Zumal der Hamburg Marathon zum Anmeldezeitpunkt unmittelbar bevorstand und ich garantiert keine Lust auf vermeintlich weitere 30er gehabt hätte… Leider war es mir nicht möglich nach Hamburg „vernünftig“ zu trainieren. Es blieben nur zwei Wochen intensiven Trainings und so blickte ich mit todmüden Beinen den Davoser Bergen entgegen. Selbst der kleinste Hügel erschien unüberwindbar; aber dies sollte sich tatsächlich noch ändern.
In Davos angekommen standen erst einmal die längeren Wanderungen in luftigen Höhen auf dem Programm: tolle Landschaft! Erstaunlicher und glücklicher Weise wurde für mich die Luft nicht dünner. Ganz im Gegenteil, ich benötigte keine spürbare Akklimatisierung an die Höhenluft. Das einzige Problem waren weiterhin die müden Beine, welche bedingt durch die Wanderungen auch keine Erholungsphase hatten. Aber laut Meddy würde sich dieses Problem angeblich im Verlauf der Woche lösen und die Beine für den Wettkampf wieder frisch sein. Ihr Wort in Gottes Ohr…
Es kam der Tag, an dem ich „meine“ 28 km-Strecke (gleichzeitig auch Strecke des K78 ) kennen lernte. Wir Läufer liefen in zwei leistungsstarken Gruppen bis nach Wiesen. Dort trafen wir auf unsere Nordic Walker und es ging per Wanderung weiter bis nach Filisur. Der Blick vom Berg hinunter nach Filisur war schon etwas beeindruckend, dort sollte ich am Samstag starten. Jedoch schlug mir dieser Anblick bereits auf den Magen, naja ganz so schlimm war es wohl nicht aber ein ungutes Gefühl machte sich breit. Denn: unmittelbar nach dem Start war sofort Berglauf angesagt. Der vorher kennen gelernte Steckenverlauf war auch nicht wesentlich aufbauender – hier war der Weg mit steilen, hohen Treppen versehen, dort ging es so steil und schmal bergauf, dass man nur hoch kriechen konnte usw. Aber was sollten erst die 78er sagen… Für die stand ab Filisur ein Halbmarathon bergauf mit dem einen oder anderen zu bewältigen Höhenmeter auf dem Programm!
In den folgenden Tagen erwanderten wir Sportler die gesamte Strecke des K42 und die des K 78 größtenteils. Tja, was soll ich sagen? Eigentlich hätten diese zurück-gelegten Höhenmeter abschreckend/beeindruckend genug gewesen sein müssen, um nicht den Gedanken des Ummeldens aufkommen zu lassen. Erzielt wurde jedoch das Gegenteil. Bestärkt durch Zureden einzelner Personen unserer Reisegruppe, wurde ich den Gedanken nicht mehr los. Ich fühlte mich plötzlich wieder besser, die Müdigkeit verließ meine Beine und ich konnte während den Wanderungen mit den Läufern mithalten, die sich auf die längeren Strecken vorbereitet hatten. Als man in der Gruppe merke, das ich mich ernstlich ummelden wollte, gaben einige zu bedenken, dass es immerhin 42,194 Kilometer im unwirksamen Gelände wären und es den Lauf in Zukunft bestimmt auch noch geben werde.
Davos füllte sich mehr und mehr mit Läufern und es kam eine besondere Stimmung im Ort sowie innerhalb unserer Reisegruppe auf. Der große Tag rückte immer näher, es verblieben uns noch zwei Tage bis zu unserem Rennen.
An genau diesem war ich mit einem K78er auf dem Weg zur Schatzalp und wir kamen dabei an der Messe vorbei. Eigentlich wollten wir unsere Startunterlagen erst am nächsten Tag abholen aber da wir nun schon mal hier waren; vor allem wäre morgen auch vermutlich mehr los… so besuchten wir die Messe, schauten uns einen Film über den Lauf an, trafen weitere Läufer unserer Gruppe und nicht zuletzt meldete ich mich auf den Marathon um. Jetzt gab es kein Zurück mehr, irgendwie musste ich nun da durch und freute mich seltsamer Weise noch darauf, wobei der Zielschluss bei 20.00 Uhr, sprich nach ~ 9,5 Stunden lag. Dies sollte zu schaffen sein. Doch hatte ich eine Kleinigkeit übersehen, nämlich den Zeitplan. Gemäß diesem hat man gewisse Streckenabschnitte in einer vorgegebenen Zeit zu passieren, sonst muss man das Rennen verlassen. Da hatte ich nun den Salat!
Am Vorabend des Laufs schrieb ich mir also noch die zu erreichenden Zwischenzeiten auf. Zudem rief ich zu Hause an und gab meine neue Laufstrecke bekannt. Der erste Ausruf: „Du hast doch gar keine 30er trainiert!“ Meine Antwort: „Das haben andere auch nicht!“ Nun war er da, der Tag X! Am Morgen schauten wir uns den Start des K78 im Davoser Stadion an und feuerten unsere Starter besonders an – ganz tolle Atmosphäre. Danach fuhr ich mit den beiden anderen Marathonis nach Bergün zu unserem Start. Voller Freude, Aufregung und Spannung ging es los. Ich war froh, dass ich den Weg nach oben vor mir hatte, denn in Bergün begann es warm zu werden und auf der Keschhütte war nichts mehr davon zu spüren. Glücklicherweise kannte ich durch die vorherigen Wanderungen den Streckenverlauf und ich wusste, was mich erwartete. Deshalb kannte ich die nicht enden wollende Berge, die ich zu bewältigen hatte und die trotz Sichtkontakt nicht näher kommende Keschhütte. Über den Lauf selbst könnte man noch Seiten füllen. Am besten man erlebt es selbst einmal. Nur noch so viel: auf dem Scalettapass scheint es immer eisig kalt und nass zu sein. Denn während unserer Wanderung war es regnerisch und kalt und während des Laufs ebenfalls. Die ganz schnellen Hasen haben davon nichts mitbekommen, aber ich schon. Allerdings bin ich noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Denn es begann ganz leicht zu regnen, als ich nach dem beschwerlichen Aufstieg von Alp Fontana den Scalettapass erreichte. So konnte ich keine Pause einlegen, sonst wäre ich zu einem Eiszapfen erstarrt. Daher wurde nur etwas Warmes getrunken; isotonischen Tee und zwei Schlücke Boullion (wurde mir als gute Verpflegung empfohlen!). Also machte ich mich auf den steilen und steinigen Weg bergab nach Dürrboden. Hier waren ca. 28 km geschafft, meine ursprüngliche Distanz. Nun lagen die zusätzlichen 14 Kilometer vor mir. Es wurde wieder wärmer und der allerletzte Verpflegungsstand ließ sehr lange auf sich warten, so kam es mir zumindest vor. Wieder in Davos angekommen, musste noch eine Runde gedreht werden, in welcher schon der Stadionsprecher zu hören war. Dann war es so weit: Einlauf in das Stadion. Empfangen wurde ich von Zuschauern, Läufern und besonders einigen Teilnehmern aus meiner Reisegruppe, darunter meine beiden Mitstreiter des Marathons. Nach 6’32’42 Stunden überquerte ich die Ziellinie!! Heilfroh, umgemeldet zu haben. Was wäre das ein Drama geworden, wenn ich nach dem K28 noch Luft gehabt hätte und alle anderen Läufer von ihrer Strecke und den Tücken berichtet hätten … Ich vermag es mir gar nicht vorzustellen. Vielen Dank an die tolle Reiseorganisation und die vielen Tipps, die ich von erfahrenen K78 Läufern erhalten habe.
Davos könnte möglicherweise nochmals eine Reise wert werden, denn eine bestimmte Strecke juckt mir noch in den Beinen! Wer weiß????
Ruth Hilger
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Laufen auf flachen Strecken ist schön. Laufen auf hügeligen Strecken ist schön abwechslungsreich. Laufen im Gebirge ist sehr abwechslungsreich und ganz schön anstrengend.
Nach intensiver Vorbereitung mit vielen Trainingskilometern einschließlich vieler Höhenmeter war es soweit: SWISS-ALPINE 2007. Eine Veranstaltung mit besonderen Anforderungen: Strecken von 21 - 78 km, Laufen oder Walken, Höhenunterschiede von bis zu +1800m und -1700m.
Nach einer Woche Urlaub und Anpassung an die Höhen- und Klimaverhältnisse sollte es möglich sein, den Marathon K42 zu schaffen. Der K78 ist auch interessant, winkt aber noch aus der Ferne nach dem Motto: Man muss ja noch Ziele haben. Also erst mal die kleine Strecke.
Im Urlaub haben wir uns die Strecke des K 42 ganz und die des K78 größtenteils lauf- und wandermäßig angeschaut. Der Respekt vor beiden wurde dadurch nicht geringer: steile Anstiege, große Gefälle, unebener Untergrund und zweimal auf über 2600m.
Bis zum Start wuchs die Spannung. Das Wetter am Tag X war recht gut, vielleicht etwas warm, aber auf 2600m Höhe nicht unangenehm. Von Bergün bis zur Keschhütte ging es fast nur bergauf – im wahrsten Sinn des Wortes, denn große Strecken konnte einfach nicht gelaufen werden: zu steil, viele Läufer und schmale Wege ohne Überholmöglichkeit. Dann „Rast“ auf der Keschhütte mit Boullion, Alpinbrötli und anderen Leckereien. Nach mehr als 2 Std. war Km15 erreicht! Der anschließende steile Abstieg nach Alp Fontana führte zum Halbmarathon, bevor es im Gänsemarsch wieder auf 2600m zum Scalettapass hinaufging. Nach ärztlicher „Gesichtskontrolle“ und Auffüllen der Reserven hieß es wieder steil nach unten, möglichst ohne stolpern und fallen. Die letzten 14km von Dürrboden ins Davoser Stadion hatten auch noch einige Tücken, aber im Vergleich zur bisherigen Strecke, waren sie, beflügelt durch die Vorfreude auf das Ziel, eher angenehm zu laufen. Der Empfang nach fast 6 Std. war riesig und alle konnten stolz auf das Finisher-Shirt sein.
Ein wirklich nicht alltäglicher Lauf. Und wer unterwegs die Gelegenheit nutzen wollte und konnte, sich die Bergwelt unter- und oberhalb der Baumgrenze anzuschauen, konnte Eindrücke ohne Ende mit nach Hause nehmen. Diese werde ich mit vielen beeindruckenden Fotos trotz der Strapazen in schöner Erinnerung behalten.
Bernhard Widera
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