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Fernando's Impressionen

Gestern saß ich in der Sonne, genoss die Wärme – welche Wonne !
Da gesellte sich zu mir ein kleiner Spatz. Fernando hieß er, der süße Fratz.

Er erzählte mir erst von dem Hotel, in dem er wohnte, doch ganz schnell
kam er auf seltsame Leut' zu sprechen, die in der Früh' zum Lauf aufbrechen.

Im Hof versammeln sie sich im Morgengrau'n. Ein paar Männer – zahlreich' Frau'n,
sich vom Jens mobilisieren zu lassen. Am Ende klatschen sie noch – das ist nicht zu fassen !

Ob dunkel, ob hell, ob Wind oder Regen: Das Wichtigste ist sich zu bewegen !
Den ein' oder and'ren hält es dennoch im Bett. Der verbrennt dann ganz einfach im Schlafe sein Fett.

Die anderen toben dem Strande zu, mit Ewald und Jens, ohne Rast und Ruh'.
Einige walken, rappeln mit den Stöcken, dehnen und stretchen an allen Ecken.

Fernando kann es noch nicht fassen: Tägliches Laufen in Leistungsklassen ?
Die Kalorien bleiben auf Straßen und Strand; sie wurden einfach weggerannt.

Doch nicht genug der Körperqual: Kurz nach dem Frühstück, jedes Mal
steht die Gymnastik im Programm. Maria und Mihail tunen Euch dann.

Mach einer hatt' auch dann nicht genug, ließ sich durchkneten – kurz und gut.
Ihre Schreie ließen weit sich vernehmen, tiefblau ihre Flecken, an Armen und Beenen.

Und Fernando kam aus dem Staunen nicht raus: Am Nachmittag dann – oh Schreck, oh Graus !
Mit kurzen Hosen und bunten Klamotten; es walken Genießer und laufen die Flotten.

Der Jens zog sie alle in seinen Bann, machte sie fit für den großen Run,
trieb ihnen das Blut zurück in die Glieder; da verrutschte das ein' oder and're Mieder.

Und dann zogen sie die Straßen hinauf, zum Pinienwald, zum langen Lauf,
zur Chaparral-Runde, am Strande entlang; da wurde es den aufmerksamen Spatzen bang'.

Denn mache liefen ziemlich geschwind, vergaßen dabei Mutter und Kind,
von GPS und Polar inspiriert; die Wenigsten hat das nicht int`ressiert.

Und manchmal, da liefen sie auch noch um die Wette, verbrannten die noch verbliebenen Fette,
und ehrten am Ende die Schnellsten davon. Ein Kuss von Nicole – welch' süßer Lohn !

Viele hielt es auch sonst nicht vor Ort. Mit Mietwagen fuhren fast alle fort.
Jerez und Cadiz zogen magisch an. Am Abend heißt`s Tanzen solange man kann.

An der Theke gibt's Sherry rot oder gelb. Man bucht es auf's Zimmer – dann kostet's kein Geld.
Sangria und Bier fließen in Strömen. Am nächsten Morgen hört Fernando kein Stöhnen.

Das Meer, das leuchtet so grün und so blau; den Sonnenuntergang sieht keine Sau.
Denn Abendessen ist angesagt. Am Tag hat man sich ja dafür geplagt !

Die Kohlenhydrate, Vitamine und Wein, alles was guttut hau'n sie in sich rein.
Nudeln am Abend sind mega-out, das Müsli am Morgen ist gut für die Haut.

So könnte Woche um Woche vergeh'n, man wünscht sich gar sehr die Zeit bliebe steh'n.
Doch wir drehen auch noch die Uhren nach vorn ! 'Ne ganze Stunde ha'm wir verlor'n !

Fernando rät mir: „Sprich mal mit Hans ! Wenn einer Euch hilft – der Hans, der kann's !
Zusammen mit seiner Elisabeth macht er Euch die Zeit hier ganz nett.“

Er hat für alle ein offenes Ohr und meistert alles mit viel Humor.
Er bleibt immer locker – auch abends beim Bier. D´rum jubeln wir laut: „Hans, wir danken Dir !“

Während Fernando sich auf Meddy freut, sagen wir ihm leider "adios" heut'.
Mit einer rauschenden Feier – außer Rand und Band. Denkt nicht an Morgen, nicht an`s Heimatland !

Nicht daran, dass bald uns're Wege sich trennen, dass manchem die Tränen herunterrennen.
Genießet alles im Hier und Jetzt ! Die schöne Erinnerung bleibt Euch zuletzt !

Gewidmet meinen lieben Freunden Elisabeth und Hans Totter.
Vorgetragen am 29. März 2007, dem Abschlussabend des Andalusien-Laufurlaubs, von Thomas Wiegand



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